AfA im Neckar Odenwald Kreis

Prekäre Beschäftigung steigt weiter an

Bundespolitik


Lösungen statt Mitgefühl

Die Würde vieler Kolleginnen und Kollegen wird durch den Missbrauch von Arbeitsbedingungen auf dem Arbeitsmarkt mit Füßen getreten, von der Wertschätzung der Arbeit ganz zu schweigen.

Die Solidarität und der Zusammenhalt in unserer Gesellschaft wird durch die Spaltung des
Arbeitsmarktes und besonders durch die ausufernde prekäre Beschäftigung massiv gefährdet. Denn viele Arbeitnehmer in Leiharbeitsverhältnissen und mit Werkverträgen genießen sowohl im Betrieb als auch in der Gesellschaft ein negatives Ansehen. In den meisten Betrieben gibt es inzwischen mindestens ein Drei-Klassen-System: die Angestellten und die Stammbelegschaft, dann befristete Beschäftigte und Neueinsteiger und ganz unten Leiharbeiter und Arbeitnehmer mit Werkverträgen, vielleicht gibt es ja auch noch die 400,- Eurokräfte und Teilzeitbeschäftigte die wie Vollzeitkräfte eingesetzt werden.

Bei der Bank erhalten Arbeitnehmer in prekären Arbeitsverhältnissen nur sehr selten einen Kredit. Auch Mietverträge sind schwierig zu bekommen. Werkverträge waren ursprünglich dazu gedacht, Dienstleistungen, die nichts mit dem Unternehmen direkt zu tun haben - zum Beispiel die Wartung von Anlagen wie Transportbänder und Aufzüge -, an Fach-Unternehmen zu vergeben. Mittlerweile sind Werkverträge jedoch zum Kalkulationsgegenstand der Unternehmen geworden, um Lohnkosten zu drücken.

Immer mehr Arbeitslose erhalten wegen ihres vormals geringen Lohns so wenig Arbeitslosengeld, dass sie zusätzlich auf Hartz IV angewiesen sind.
Die Kalkulation mit prekärer Beschäftigung ist kurzsichtig, weder tüchtig noch
besonders schlau ist. Es ist ein Skandal, dass Menschen in unserem Land über einen Werkvertrag für beispielsweise 173 Euro im Monat im Akkord Tiere schlachten. Es ist ein Skandal, dass in unserem Land die Anzahl der Aufstocker die zum Arbeits- und Sozialamt müssen, um 14% angestiegen ist.

Deutschland ist ein sehr reiches Land, wir werden von außen von vielen bewundert. Doch wenn man aus der Nähe hinschaut, sieht man: Unser Land ist auch reich an Ungerechtigkeit. Es ist auch ein Skandal, dass dieser Bundesregierung nicht jeder Mensch in unserem Land gleich viel wert ist.

Auch die anständigen Unternehmer, die ihre Mitarbeiter fair bezahlen, leiden unter
Dumpingmethoden der ausbeuterischen Unternehmer, weil sie durch den Wettbewerb unter Druck
geraten. Es ist bemerkenswert, dass selbst vermeintlich arbeitgebernahe Parteien wie die Union und die FDP die ehrlichen Unternehmer nicht vor unanständiger Billigkonkurrenz schützen.

Es ist unerträglich, dass die Arbeitsministerin von der Leyen zwar geübt vor Kameras ihr Mitgefühl für die Umstände und Zustände in diesem Land zum Ausdruck bringt. In der Bundesregierung
unternimmt sie aber rein gar nichts, um den Menschen zu helfen und sie vor Missbrauch zu schützen.

Die Menschen in unserem Land brauchen endlich Sicherheit durch Gesetze statt Mitgefühl und leere Versprechungen. Wir brauchen Rahmenbedingungen ohne Schlupflöcher die nicht von habgierigen Unternehmen missbraucht werden können.

 
 

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