AfA im Neckar Odenwald Kreis

26.06.2013 in Arbeitsgemeinschaften

Malochen für´n Appel und ´nen Ei

 

Werkverträge müssen gesetzlich neu geregelt werden

Beschäftigte, die über Werkverträge ihr täglich Brot verdienen müssen, stehen am Rande der Gesellschaft. Sie werden behandelt wie ein Arbeitnehmer dritter Wahl. Höchste Zeit zum Gegensteuern, denn Werkverträge breiten sich in immer mehr Branchen aus.

Das Ausgliedern von Arbeit über Werkverträge wird immer mehr zum angesagten Sparmodell für Unternehmen. Die skandalösen Zustände in Schlachthöfen, auf Baustellen und in Hotels, wo Scheinselbständige für fünf Euro in der Stunde und weniger malochen müssen, sind nur die Spitze des Eisbergs. In mehr und mehr Branchen greifen Werkverträge um sich.

Die Betroffenen machen dieselbe Arbeit, wie zuvor die Stammbelegschaft, nur für weniger Geld und in direkter Konkurrenz: An zwei identischen Bändern bei einem Elektronik-Hersteller stehen sich Stammbeschäftigte und Werkvertragsbeschäftigte gegenüber. Die Betroffenen waren früher selbst mal Stammbeschäftigte. Bei einer Personalabbaumaßnahme schieden sie aus und kamen schließlich über eine Werkvertragsfirma wieder herein. Nur für weniger Geld. Und mit unsicheren Jobs.

Ungute Entwicklung
In den Betrieben ist mittlerweile eine Drei-Klassen-Belegschaft entstanden: Stammbeschäftigte, Leihbeschäftigte und Werkvertragsbeschäftigte. Die letzten in dieser Kette, die Werkverträgler, verdienen am wenigsten und haben die geringsten Rechte. Sie arbeiten mitten unter den Stammbeschäftigten, tragen dieselbe Kleidung, erhalten dieselben Anweisungen. Eigentlich nicht legal, da kein eigenständiges Werk mehr zu erkennen ist. Aber es wird vielerorts einfach gemacht.

Diese ungute Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt ist auch Thema der Beschäftigtenbefragung der IG Metall gewesen, deren Ergebnisse jetzt vorliegen. Über eine halbe Millionen Menschen in Betrieben wurden um ihre Meinung gefragt. Zwei Drittel (67 Prozent) haben zu Werkverträgen eine klar ablehnende Haltung. Sie finden, dass Werkverträge gesetzlich neu geregelt werden müssen. Es muss grundsätzlich gelten: "Gleiche Arbeit - gleiches Geld".

 

22.05.2013 in Arbeitsgemeinschaften

Wir werden Ottmar nicht vergessen

 
Ottmar Schreiner

Im Alter von nur 67 Jahren ist unserer ehemaliger AfA-Bundesvorsitzender Ottmar Schreiner seiner schweren Krebserkrankung erlegen.

Ottmar Schreiner stand immer auf der Seite von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern. Schon sehr früh forderte er zusammen mit seiner AfA den Mindestlohn. Er hatte erkannt, dass es leider eine steigende Zahl von Beschäftigten gab, bei denen es fast unmöglich ist, zeitnah ein qualifiziertes tarifliches Entgeltsystem zu erkämpfen.
Gerade für die Betroffenen wollte er schnell einen gesetzlichen Mindestlohn, um sie ein Stück vor Ausbeutung zu sichern und ihre Würde zu erhalten.
Die Würde des Menschen war für ihn eine der zentralen Fragen. Aus diesem Blickwinkel kam auch sein konsequenter Kampf gegen die Absenkung von Leistungen und Bezugsdauern im Rahmen der Agenda 2010.
Gute Arbeit bestand für ihn aus guter Entlohnung und einer guten sozialen Absicherung auch über das Arbeitsleben hinaus. Die Rente mit 67 lehnte er kategorisch als Rentensenkungsprogramm ab.
„Nur mit der SPD wird es eine gute Politik für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer geben“ so seine „Durchhalteparole“ in der Zeit, in der neoliberale Politikansätze in der SPD hoffähig waren.
Konsequent die Auseinandersetzung in der Partei zu suchen und sie nicht zu verlassen, hat sein Vorbild in der Agendahochzeit viele in der SPD gehalten die sonst, die Partei verlassen hätten.
Die deutsche Politik, die SPD und insbesondere die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer haben mit dem Tod von Ottmar Schreiner eine wichtige Stimme verloren.
Danke, Ottmar. Du bist für uns ein Ansporn, weiter eine Politik für „Schwächere“ zu machen.
In Gedanken sind wir bei seiner Familie
Hartmut Laser (AfA-Kreisvorsitzender Neckar-Odenwald)

 

12.03.2013 in Arbeitsgemeinschaften

Frauen müssen gleich behandelt werden

 
Gabriele Teichmann

Frauen haben mehr verdient

Die Kreisvorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Sozialdemokratischer Frauen im Neckar-
Odenwald (ASF) Gabriele Teichmann erklärt anlässlich des Frauentages, dass sich die SPD
seit ihrem Bestehen dafür einsetzt die Lebenssituation der Menschen zu verbessern. Die
Emanzipation von Frauen ist dabei eine zentrale Aufgabe. Bis heute wurde viel erreicht,
anderes entwickelt sich aber leider negativ. Mit unserer Frauenpolitik wollen wir die Situation
von Millionen Frauen verbessern und die Gleichstellung der Geschlechter weiter
voranbringen.

Frauen haben mehr verdient

• als für ihre Arbeit schlechter bezahlt zu werden als Männer
• als nur mit Niedriglöhnen abgespeist zu werden
• als millionenfach in Minijobs gedrängt zu werden
• als deutlich niedrigere Renten zu beziehen als Männer
• als in Führungspositionen nur in Spurenelementen vertreten zu sein
• als durch Sozial- und Steuerrecht vom Arbeitsmarkt ferngehalten zu werden.

Eine zwischen 1936 und 1955 geborene Frau hat über ihren gesamten Lebensverlauf ein um
58 Prozent niedrigeres Einkommen als ein gleichaltriger Mann in dieser Altersgruppe (Erster
Gleichstellungsbericht).
.
Frauen haben mehr verdient, fordert die ASF-Kreisvorsitzende Gabriele Teichmann und
zwar:
• gleichen Lohn für gleiche Arbeit verwirklichen (Entgeltgleichheitsgesetz)
• den Missbrauch bei Minijobs eindämmen
• einen flächendeckenden gesetzlichen Mindestlohn einführen
• eine Quote für mehr Frauen in Vorständen und Aufsichtsräten einführen
• das Ehegattensplitting für künftige Ehen umwandeln
• das Betreuungsgeld abschaffen.

 

25.02.2013 in Bundespolitik

Prekäre Beschäftigung steigt weiter an

 
Lösungen statt Mitgefühl

Die Würde vieler Kolleginnen und Kollegen wird durch den Missbrauch von Arbeitsbedingungen auf dem Arbeitsmarkt mit Füßen getreten, von der Wertschätzung der Arbeit ganz zu schweigen.

Die Solidarität und der Zusammenhalt in unserer Gesellschaft wird durch die Spaltung des
Arbeitsmarktes und besonders durch die ausufernde prekäre Beschäftigung massiv gefährdet. Denn viele Arbeitnehmer in Leiharbeitsverhältnissen und mit Werkverträgen genießen sowohl im Betrieb als auch in der Gesellschaft ein negatives Ansehen. In den meisten Betrieben gibt es inzwischen mindestens ein Drei-Klassen-System: die Angestellten und die Stammbelegschaft, dann befristete Beschäftigte und Neueinsteiger und ganz unten Leiharbeiter und Arbeitnehmer mit Werkverträgen, vielleicht gibt es ja auch noch die 400,- Eurokräfte und Teilzeitbeschäftigte die wie Vollzeitkräfte eingesetzt werden.

Bei der Bank erhalten Arbeitnehmer in prekären Arbeitsverhältnissen nur sehr selten einen Kredit. Auch Mietverträge sind schwierig zu bekommen. Werkverträge waren ursprünglich dazu gedacht, Dienstleistungen, die nichts mit dem Unternehmen direkt zu tun haben - zum Beispiel die Wartung von Anlagen wie Transportbänder und Aufzüge -, an Fach-Unternehmen zu vergeben. Mittlerweile sind Werkverträge jedoch zum Kalkulationsgegenstand der Unternehmen geworden, um Lohnkosten zu drücken.

Immer mehr Arbeitslose erhalten wegen ihres vormals geringen Lohns so wenig Arbeitslosengeld, dass sie zusätzlich auf Hartz IV angewiesen sind.
Die Kalkulation mit prekärer Beschäftigung ist kurzsichtig, weder tüchtig noch
besonders schlau ist. Es ist ein Skandal, dass Menschen in unserem Land über einen Werkvertrag für beispielsweise 173 Euro im Monat im Akkord Tiere schlachten. Es ist ein Skandal, dass in unserem Land die Anzahl der Aufstocker die zum Arbeits- und Sozialamt müssen, um 14% angestiegen ist.

Deutschland ist ein sehr reiches Land, wir werden von außen von vielen bewundert. Doch wenn man aus der Nähe hinschaut, sieht man: Unser Land ist auch reich an Ungerechtigkeit. Es ist auch ein Skandal, dass dieser Bundesregierung nicht jeder Mensch in unserem Land gleich viel wert ist.

Auch die anständigen Unternehmer, die ihre Mitarbeiter fair bezahlen, leiden unter
Dumpingmethoden der ausbeuterischen Unternehmer, weil sie durch den Wettbewerb unter Druck
geraten. Es ist bemerkenswert, dass selbst vermeintlich arbeitgebernahe Parteien wie die Union und die FDP die ehrlichen Unternehmer nicht vor unanständiger Billigkonkurrenz schützen.

Es ist unerträglich, dass die Arbeitsministerin von der Leyen zwar geübt vor Kameras ihr Mitgefühl für die Umstände und Zustände in diesem Land zum Ausdruck bringt. In der Bundesregierung
unternimmt sie aber rein gar nichts, um den Menschen zu helfen und sie vor Missbrauch zu schützen.

Die Menschen in unserem Land brauchen endlich Sicherheit durch Gesetze statt Mitgefühl und leere Versprechungen. Wir brauchen Rahmenbedingungen ohne Schlupflöcher die nicht von habgierigen Unternehmen missbraucht werden können.

 

30.01.2013 in Bundespolitik

Abschaffung der verschäften Zumutbarkeit

 
Sozial ist nur, was gute Arbeit schafft!

Wir, die AfA im Neckar Odenwaldkreis fordern:
Die Abschaffung der verschärften Zumutbarkeit für Arbeitslose

Dier SPD darf nie wieder den Wert und die Würde der Arbeit beschädigen (Zitat von Siegmar Gabriel)

Worauf bezieht sich die verschärfte Zumutbarkeit und was steckt dahinter? Im Sozialgesetzbuch II und III sind die Zumutbarkeitsregeln nach Arbeitslosigkeit festgeschrieben. Danach müssen Hartz-IV-Empfänger praktisch jeden Job zu fast jedem Lohn an jedem Ort annehmen. Die Grenze nach unten ist nur die Sittenwidrigkeit. SGB III § 121 Zumutbare Beschäftigungen
(1) Einem Arbeitslosen sind alle seiner Arbeitsfähigkeit entsprechenden Beschäftigungen zumutbar, soweit allgemeine oder personenbezogene Gründe der Zumutbarkeit einer Beschäftigung nicht entgegenstehen.

Um die Leute schneller wieder in Arbeit zu kriegen, wurde die Zumutbarkeit von Stellenangeboten verschärft. Als zumutbar gilt künftig jede legale und nicht sittenwidrige Arbeit, zu der der Arbeitslose "seelisch, geistig und körperlich" in der Lage ist, also auch artfremde, schlechter bezahlte oder weit entfernte Tätigkeiten: Umzug und sozialer Absturz werden damit zu Mitwirkungspflichten. Für Langzeitarbeitslose aus Sachsen oder Thüringen sind somit Jobangebote an der Nordseeküste oder an der Schweizer Grenze keine Seltenheit mehr. Dass dafür ein Lohn unter Sozialhilfeniveau nicht mehr sittenwidrig ist, wissen wir inzwischen von höchstrichterlicher Stelle.

Wir Sozialdemokraten halten diese Regelungen für unsozial weil nicht sozial ist was Arbeit schafft sondern: „Sozial ist nur was gute Arbeit schafft“, von der man auch Leben kann! Die Arbeit ist nicht nur Existenzsicherung sondern sie trägt dazu bei, am Leben der demokratischen Gesellschaft aktiv teilzunehmen. Der Wert und die Würde der Arbeit muss erhalten werden. Die Arbeit ist eine Quelle der Selbstachtung und des Selbstrespekts. Gute Arbeit ist damit der Markenkern einer sozialdemokratischen Partei.

 

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